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Erfassung

Auswahl der Gebäude

Ist ein Gebäude wegen Energiebedarf, baulicher oder funktionaler Mängel in den Fokus gerückt, sollte vor einer Sanierungsentscheidung eine systematische Untersuchung der Gebäude und ihrer Umgebung stehen, die Gemeinsamkeiten in Typ/Nutzung, Alter oder räumlichen Zusammenhang mit dem möglichen ersten Sanierungsobjekt aufweisen. 

Synergien können sich ergeben bei Planung, Energiekonzepten, Projektleitung, Baustellenlogistik, Fertigung oder bei der Finanzierung. Günstig ist das auch für Förderanträge, die ein hohes Investitionsvolumen voraussetzen oder mit begrenzter Anzahl von Förderprojekten pro Kommune.

Seit den 1970er Jahren sind vermehrt Gebäude in Zentren zusammengefasst worden, besonders Schulzentren mit mehreren Schulformen und gemeinsamen Außen- und Sportflächen. Diese Schulen sind wegen ihres bedeutenden Energieverbrauchs und den zahlreichen Schadstoff- und Verschleißproblemen herausragende Sanierungsobjekte. Die großen gleichartigen Fassaden eigen sich für eine (serielle) Sanierung mit vorgefertigten Elementen, die großen Außenflächen sind ideal für unterirdische Energietechnik und diese ein möglicher Ausgangspunkt für ein Wärmenetz. Ähnlich verhält es sich mit Rathäusern und Verwaltungsgebäuden in damals neu geschaffenen Unterzentren. 

Erfassung

Sind die potenziellen Sanierungskandidaten ermittelt, beginnt die Erfassung, die im Besten Fall eine umfassende und standardisierte, digitale Dokumentation ist, um nachvollziehbare, vergleichbare und problemlos verfügbare Erkenntnisse zu gewinnen. Neben den zur Vorbereitung eines Begehungstermins hilfreichen Dokumenten wie Pläne, Mängelberichte, Informationen zu technischen Einrichtungen und zur Nutzung gehören dazu Informationen zu durchgeführten Sanierungsmaßnahmen und bestehenden Verträgen.

Wurden Planunterlagen noch nicht digitalisiert, wäre jetzt der Zeitpunkt, mit einem BIM-Prozess zu beginnen. Dabei sollte mindestens ein Detaillierungs- und Informationsgrad (LOD/LOI) von 300 angestrebt werden, was einem Bauantrag entspricht. Ein LOD/LOI von 350 entsprechend Ausführungsübersicht sollte dann im Verlauf der Erhebung entstehen und anschließend ggf. weiter verfeinert werden. Handlungsempfehlungen und Arbeitshilfen sind im Anhang verlinkt.

Mit einem digitalen Gebäudemodell lassen sich gleichzeitig Kriterien zur Nachhaltigkeit prüfen. 

Klärung Bedarf, Problematik

Vorbereitend dient in der Leistungsphase 0 als Bauherrenaufgabe ein Lastenheft zur Abstimmung und Kommunikation der Ziele.

Was sind die zukünftigen Anforderungen an das Gebäude?

  • Standort
    • Geändertes Umfeld?
    • Verkehrserschließung
    • Grünflächen
  • Geänderte Nutzung
    • Intensität
    • Auslastung
    • Nutzungszeiten
    • Raumprogramm
  • Nutzbarkeit
    • Barrierefreiheit
    • Zugangsschutz und -regelung
    • Automatisierung
    • Thermische Behaglichkeit, Luftqualität
  • Energieverbrauch
    • Verbindliche Standards, Zertifizierung
    • MSR, Automatisierung
  • Nachhaltigkeit
    • Politische Ziele
    • Zertifizierung
  • Allgemein
    • Mängelbeseitigung

Je nach Umfang der notwendigen Maßnahmen ergeben sich Aufgaben, die extern z.B. an Planungsbüros vergeben werden müssen. 

Vorerfassung

Vorab zur Verfügung stehende Informationen sollten im Verlauf der Begehung überprüft werden.

Basisdaten

  • Adresse
  • Alter
  • Historie

Kenndaten

Grundstücksfläche, GF, BGF, BRI, NGF

Planunterlagen Gebäude, BIM Modell

Wärmebrücken und andere Probleme sind evtl. identifizierbar und können markiert werden.

  • Raumprogramm
  • Grundrisse
  • Ansichten
  • Schnitte
  • Tabelle mit Baujahren, Materialien und U-Werten von unsanierten und sanierten Bauteilen.

Planunterlagen Technik

  • Anlagenschemata Energiequelle, Energieerzeuger, Lüftung, Wasser, Verteilungssystem
  • Gerätedokumentation
  • Schemata Messen, Steuern, Regeln

Verbräuche

  • Strom
  • Wasser
  • Öl/Gas
  • …

Energiebedarf

  • Berechnungen nach DIN 18599
  • Bewertung
  • anhand der Veränderungen des Verbrauchs,
  • im Vergleich mit ähnlichen Gebäuden im Bestand bzw.
  • im Abgleich mit Kennwerten.

Mängel

Mängel sollten systematisch erfasst und dokumentiert werden, z.B. mit einer Checkliste oder im allgemeinen Erfassungsbogen.
Die Priorisierung ist nachvollziehbar.

  1. Brandschutz
  2. Sicherheit
  3. Nutzbarkeit
  4. Bautechnische Aspekte

Begehung

Gebäudehülle

  • Wärmebrücken
  • Mängel (Funktionale, statische und kosmetische Mängel/Undichtigkeiten/Feuchtigkeit)
  • Handhabung, Funktionalität, Größen von Türen und Fenstern
  • Baujahre und U-Werte, falls abweichend von Vorerhebung
  • Bei Schadstoffverdacht Sachverständigen einschalten

Technik

  • Anlagenschema, Fabrikate, Typen, Alter (Abgleich mit Vorerfassung)
  • Konzeptionelle Mängel (fehlende Wärmerückgewinnung, hydraulischer Kurzschluss, zu hohe Leitungswiderstände, unzureichende Steuerung …)
  • Fehlende Erfassung
  • Optimierungspotenzial Regelung
  • Fehlende Ausrüstung (z.B. Dämmung, Ventile, Filter)

Nutzung

  • Handhabung der Gebäudehülle (Fenster, Türen, Sonnenschutz)
  • Handhabung der Technik (manuell, automatisch)
  • Nutzungszeit

Lebenszyklus

Welche Lebensdauer ist bei den intakten Bauteilen noch zu erwarten? Die Tabelle der Baujahre und Sanierungsmaßnahmen an Bauteilen gibt Überblick.

Bewertung des Umfelds

Im Umfeld, in das die Gebäude eingebettet sind, lassen sich oft Einflüsse verbessern bzw. zur Optimierung nutzen. Wege und Abstellflächen müssen oft neu geplant werden. Grünflächen, Wasserflächen und Bäume haben einen Nutzen für Sauerstoff, Schatten, Kühlung und Regenwasser.

Förderung

Förderprogramme umfassen unter anderem 

  • Umfeldmaßnahmen im Bereich Klimaanpassung,
  • Zugang,
  • Mobilität,
  • nutzungsspezifische Förderungen,
  • Maßnahmen zur Energieerzeugung oder -einsparung sowie
  • deren Voruntersuchungen, Machbarkeitsstudien und Projektentwicklung. 

Laufzeit, Bedingungen und Gültigkeit der Förderprogramme unterliegen ständigem Wechsel. 
Die Energieagentur Rhein-Sieg e.V. hilft bei Recherche, Information und Antragstellung. 

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